Cleveland Debut with Les Délices

With ensemble Les Délices in Cleveland, Clara Rottsolk earned critical praise for a program of French baroque music centered on the theme of Ulysses.

“The music came across as fresh, delightful and affecting.  Rottsolk’s voice is pure and shining, and she sings dead-center on pitch. Rottsolk treats words with special care, enunciating the French texts to make sure the narratives receive nuanced treatment. [She] conveyed the action and emotions with urgent beauty.” — Donald Rosenberg, The Plain Dealer

““Myths and Allegories” was as close to perfection as a concert can come. Ms. Rottsolk is a fine soprano whose huge voice — operatic without ever resorting to vibrato, powerful without ever crossing over into shrillness, and capable of being reduced to a delicate pianissimo — filled the small gallery but never overpowered the instruments. She sang the wordy French poetry with precise diction and a sense of conviction in the text.” — William Fazekas, Cleveland Classical

Review: Ich habe gehoert

Scarlatti: Cantatas & Chamber Music (Chaconne)

Clara Rottsolk, Tempesta di Mare
Scarlatti, Rottsolk, Tempesta di Mare

Die Vokalwerke Scarlattis sind kleine Kostbarkeiten – obwohl er enorme Mengen davon produziert hat: Er selber berichtete von mehr als 100 Opern, knapp 800 Kantaten und gut 200 Messen; dazu kommen noch diverse Oratorien, und natür- lich Instrumentalwerke. Als den “größten Meister der Harmonie in Italien, mithin auf der ganzen Welt”, pries ihn Johann Adolf Hasse, der nicht umsonst Scarlattis Schüler wurde.

Scarlatti sah Musik nicht in erster Linie als Virtuosenfutter, sondern als deklamatorisch-rhetorische Kunst; in seinen Kantaten überrascht er mit kühnen chromatischen Rückungen, verblüffenden harmonischen Wendungen und einem Feuerwerk an Ideen auch in den Begleitstimmen. Die Klangrede wird hier Ereignis: Wer eine Blume im Eis erblühen hören möchte, der sollte der Cantata pastorale “Non so qual più m’ingombra” auf dieser CD aufmerksam lauschen.

Auch die drei anderen Kantaten, die sich eher mit dem Leiden un- glücklich Verliebter auseinandersetzen, neigen – durchaus zeitge- mäß – zum Pastoral. So schluchzt in “Quella pace gradita” der Verschmähte mit einer Turteltaube um die Wette, die durch die Blockflöte kunstvoll imitiert wird. Clara Rottsolk, Sopran, verfügt über eine schlanke, angenehm timbierte Stimme, und überzeugt insbesondere durch intelligente Phrasierung.

Auch in seinen Instrumentalwerken interessierte sich Scarlatti mehr für die Linie und für die kunstvolle musikalische Struktur als für vordergründige Virtuosität. Sein Concerto IX a-Moll unterscheidet sich enorm von ähnlichen Werken Corellis oder Vivaldis; allerdings ist diese Blockflötenpartie in einigen Abschnitten selbst für den Profi nicht mal eben so vom Blatt zu spielen. Gwyn Roberts aber gestaltet Scarlattis Werke vorbildlich; sie hat hörbar Vergnügen an musikalischer Dramatik und technisch ohnehin offenbar keine Limits. Mit ihr konzertieren Emlyn Ngai und Karina Fox, Violine/Viola, Eve Miller, Violoncello, Richard Stone, Laute und Theorbe, sowie dem überragenden Tempesta di Mare Philadelphia Baroque Orchestra. Bei dieser Aufnahme spielen selbst die Tutti grandios.